Vortrag mit Sven Plöger ausverkauft!

Zieht euch warm an, es wird noch heißer

Wir spüren, wie das Wettergeschehen immer extremer wird und dabei menschliches Leid und Kosten wachsen – ob durch Hitze, Trockenheit mit Dürren und Waldbränden oder auch durch Überflutungen. Auch das immer schnellere Abschmelzen des Eises der Arktis, der Rückzug vieler Gletscher und extrem hohe Meerestemperaturen rücken immer mehr in unseren Fokus. Parallel dazu verändert sich die Biodiversität. Tier- und Pflanzenarten die vor wenigen Jahrzehnten noch weit verbreitet waren verschwinden. Wir erleben heute schlicht die Dinge, die uns die Wissenschaft vor rund 40 Jahren angekündigt hat. Damit ist klar: Wir haben kein Wissens-, sondern ein Handlungsproblem!

 

Im Vortrag geht es um eine klare Standortbestimmung, wo wir in Sachen Erderwärmung wirklich stehen; denn wir haben keine Zeit mehr, uns die Welt wunschbasiert „schönzureden“ oder zu konstatieren, es sei ja ohnehin alles zu spät. Beides hilft uns und vor allem den nachfolgenden Generationen in keiner Weise. Viel mehr braucht es einen begründeten Optimismus, wie man mit der Herausforderung Klimawandel und Biodiversitätsverlust umgehen kann. Der zweite Vortragsteil befasst sich daher mit einem Blick auf Möglichkeiten, die wir durchaus haben.

 

Der Diplom-Meteorologe Sven Plöger ist kein Missionar oder Ideologe mit erhobenem Zeigefinger, sondern er versucht die komplexen naturwissenschaftlichen Vorgänge in eine für jede und jeden verständliche Sprache zu übersetzen. Und trotz der Ernsthaftigkeit des Themas verzichtet Sven Plöger in seinem Vortrag nicht auf eine Prise Humor.

Der Abend mit Sven Plöger ein voller Erfolg

Ein voller Theodor-Heuss-Saal im Brackenheimer Bürgerzentrum. Das war die Hoffnung, als der NABU Brackenheim sich entschieden hat, den Moderator Sven Plöger zu einem Vortrag zum Klimawandel einzuladen. Diese Hoffnung wurde erfüllt, ein ausverkaufter Saal wartete gespannt auf den Referenten. Nach einer Begrüßung von Bürgermeister Thomas Csaszar und dem NABU-Vorsitzenden Adolf Monninger ging es los. Schon in der Einführung bewies Plöger, dass er mit Inhalten glänzen, aber trotzdem keinen trockenen Fachvortrag halten wollte. Nachdem der Titel „Zieht euch warm an, es wird noch heißer“ eine Prise Humor erhoffen ließ, tat die rheinische Herkunft des Wettermanns ihr übriges und brachte den Saal immer wieder zum schmunzeln. Der beste Witz kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Klimawandel ein ernstes Problem ist. So berichtete eine Zuhörerin nach dem Vortrag dass ihr nicht klar war, welche Folgen eine „nur“ drei Grad wärmere Erde hätte. Nach dem Vortrag blieb im Foyer noch viel Zeit, um sich untereinander aber auch mit Sven Plöger bei Bewirtung über das gehörte auszutauschen.

Der NABU bedankt sich bei der Stadt Brackenheim, der Volksbank Unterland und Wino Bio für Unterstützung der Veranstaltung.

 

 

Bilder NABU Marco Lutz

Aus dem Mitteilungsblatt der Stadt Brackenheim

Meteorologe und TV- Wetterexperte Sven Plöger versteht es, das Publikum ohne moralische Keule für die Klimakrise zu sensibilisieren. Die Folgen des Klimawandels sind allen bekannt und wissenschaftlich gut erforscht. „Wir haben also kein Wissensproblem, wir haben ein Handlungsproblem“, bringt er es auf den Punkt.

Dass sein Vortrag im restlos ausverkauften Bürgerzentrum dennoch kein Abend voller Vorwürfe und Schwarzmalerei wurde, lag auch an der lebendigen Vortragsweise und einer gehörigen Prise Humor, mit der Sven Plöger seinen 90-minütigen Vortrag würzte.

Auf jeden Fall ist der NABU Gruppe Brackenheim unter der Federführung des Vorsitzenden Adolf Monninger und der Mithilfe zahlreicher Mitglieder, die diese Veranstaltung mit Unterstützung der Stadtverwaltung auf die Beine gestellt hat, mit diesem Abend ein echter Coup gelungen, der dem begeisterten Publikum einige Denkanstöße mit nach Hause gab. Brackenheim tut im Bereich Klimaschutz und Biodiversität – oft auch in Zusammenarbeit mit dem NABU – einiges, beschäftigt einen Klimaschutzmanager, unterstützt Photovoltaik und Windkraft-Projekte und achtet auf die Optimierung ihrer Liegenschaften, unterstreicht Bürgermeister Thomas Csaszar bei seiner Begrüßung. Doch dies reiche alleine nicht aus. „Denn Klimaschutz ist keine Aufgabe, die eine Kommune allein lösen kann, Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe.

Die Zentrale Botschaft von Sven Plöger: Niemand kann sich zurücklehnen. „Manche Ältere meinen im Gespräch mit mir, sie könnten die Welt nicht alleine retten und sich nicht mehr umgewöhnen. Diesen Menschen sage ich immer: Schaut mal, ob ihr Kinder habt.“ Er regt an, den doch recht spröden Begriff der „Nachhaltigkeit“ durch Enkelfähigkeit zu ersetzen. Dies macht greifbar, um was es eigentlich geht, nämlich die Erde auch für nachfolgende Generationen als einen lebenswerten Ort zu bewahren.

Anhand von Bildern und Daten zeigt der Meteorologe, wie dramatisch die Lage ist: Ein Wasserteilchen braucht bis zu 1000 Jahre, um die Weltmeere zu umrunden. Gleichzeitig verliert die Erde stündlich 29 Millionen Tonnen Eis – doppelt so viel, wie Forscher noch vor 20 Jahren prognostizierten.

Wer verstehen will, warum ein Grad Erwärmung so viel bewirkt, müsse wissenschaftlich denken. „Eine drei bis vier Grad wärmere Welt hat mit der heutigen nichts mehr zu tun. Als es drei bis vier Grad kälter war , lag New York unter hunderten Meter Eis.“

 

Trotz all dieser Fakten plädiert Plöger für Optimismus: „Technologische Umbrüche gab es immer – vom Segel- zum Dampfschiff, von der Kutsche zum Auto. Auch beim Klimaschutz wird der Wandel kommen.“ Doch Ausreden wie „Deutschland verursacht nur zwei Prozent der Emissionen“ lässt er nicht gelten. Rechnet man die Bevölkerungszahlen um, liege Deutschland mit China gleichauf – und mit Platz sieben weltweit seien 188 Länder in Sachen Treibhausgase besser als wir. Am Ende bleibt für Plöger eine klare Botschaft: „Der Planet braucht nicht uns. Wir brauchen ihn.“