Es ist eine Verbindung, die kunterbunte Blüten treibt. Für mehr Biodiversität in der Landwirtschaft haben sich der NABU Brackenheim und „Land schafft Verbindung“ vor drei Jahren erstmals getroffen. Ihr Ziel: Miteinander statt übereinander reden und umsetzen, was ökologisch sinnvoll und für die Landwirtschaft praktikabel ist. Das Ergebnis blüht jetzt auf insgesamt 2,5 Hektar Fläche.
Im Frühjahr 2024 hatte Landwirt Helmut Reiner-Saal, der als Vorsitzender von „Land schafft Verbindung“ die Kooperation vorantrieb, die „Blühende Landschaft“ auf seinen Flächen rund um Brackenheim-Hausen ausgesät. Die Saatgutmischung ist ein bei Insekten und Vögeln beliebter Klassiker und wird schon lange auf Blühbrachen eingesät. Jetzt im August verwandeln die einjährigen Pflanzen – darunter Ringelblume, Wilde Karde, Wilde Möhre und Färberkamille – die 2,5 Hektar Acker in ein weiß-gelb-oranges Blütenmeer. Im Herbst bieten Sonnenblumen den Vögeln einen reichhaltigen Snack, ab 2025 zeigen sich dann die mehrjährigen Pflanzen. Gemäht wird nicht, so finden Insekten und Vögel ganzjährig Nahrung sowie Überwinterungs- und Brutquartiere.
Das Ergebnis blüht auf insgesamt 2,5 Hektar Fläche. Im August 2024 besuchte der Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, Dr. Andre Baumann, auf seiner Sommertour durch Baden-Württemberg die mehrjährigen Blühstreifen und -brachen in Brackenheim. Beeindruckt zeigten sich auch Dr. Michael Preusch MdL, Erwin Köhler Mdl, Bürgermeister Csaszar und eine Delegation aus dem Landratsamt Heilbronn.
Staatssekretär Baumann zeigte sich beim Besuch beeindruckt: „Blühende Brachflächen sind ein wahrer Segen für die Artenvielfalt. Dieses Projekt zeigt, wie eine erfolgreiche Kooperation von Naturschutz und Landwirtschaft gelingen kann. Gegenseitiges Verständnis schafft nachhaltige Lösungen, von denen beide Seiten profitieren."
Landwirt Helmut Reiner-Saal möchte das Brackenheimer Projekt auf andere Flächen tragen: „Auch wir Landwirte profitieren von mehr Artenschutz auf unseren Flächen. Denn Blühstreifen helfen effektiv gegen Erosion zum Beispiel durch Starkregen, wie wir ihn in Zukunft häufiger erleben werden. Mit Blühstreifen lassen sich erste praktische Erfahrungen mit biodiversitätsfördernden Maßnahmen sammeln, bevor man sich an größere Blühflächen heranwagt.“
Adolf Monninger vom NABU Brackenheim ergänzt: „Wir wollen weitere Landwirtinnen und Landwirte in der Region dafür gewinnen, auf ihren Flächen die Artenvielfalt zu fördern. Unser Best Practice-Beispiel zeigt, dass es geht. Jetzt fehlt nur noch der nächste Schritt: Die Maßnahmen praktikabler in der Durchführung und Finanzierung zu gestalten, damit noch mehr Betriebe mitmachen können.“