NABU lädt zur Podiumsdiskussion mit Bundestagskandidaten

Begrüßung und Einführung ins Thema

Adolf Monninger NABU Kreisverband Heilbronn

Adolf Monninger NABU Kreisverband Heilbronn

Als überparteilicher Umweltverband versuchen wir im NABU politische

Weichenstellungen auf verschiedenen Ebenen für den Natur- und

Umweltschutz zu beeinflussen. So auch die Diskussion hier mit den

Kandidaten für den Bundestag zu der ich Sie meine Damen und Herren

herzlich begrüße. Ein besonderer Gruß gilt den Bundestagskandidaten, die sich für heute Abend Zeit nehmen und für die Diskussion zur Verfügung stehen.

In den NABU Gruppen vor Ort versuchen wir auf eigenen und zur pflege

überlassenen Grundstücken die Artenvielfallt zu erhalten. Sicher

die Zahl der ehrenamtlich Aktive dürfte für die anstehenden

Arbeiten größer sein. Im Stadt- und Landkreis Heilbronn hat der

NABU rd. 5.000 Mitglieder, in Baden Württemberg über 90.000 und

Bundesweit rd. 600.000 Mitglieder.

Wie es in der Einladung zum heutigen Abend heißt „ wird die Bundestagswahl

richtungsweisend für die Zukunft des Natur- und Artenschutzes in Deutschland sein“

Mit dem Pariser Klimaschutzabkommen wurden Zeichen gesetzt. In einem

Kommentar heißt es „Paris gibt der Welt Hoffnung“

Besonders Deutschland steht hier in der Verantwortung mit dem

selbst gesteckten Ziel internationaler Vorreiten mit innovativen Ideen zu sein, eine Herausforderung für die neue Regierung unabhängig davon wie sich diese zusammensetzt.

Die NABU-Umweltbilanz zeigt dass insbesondere in den Bereichen Verkehr, Klima und Landwirtschaft Arbeitsfelder die auf eine nachhaltige Lösungen warten.

Das Ziel den täglichen Flächenverbrauch in Deutschland, eigentlich die

Versiegelung, auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, liegt in weiter

Ferne. Dies ist natürlich eine Querschnittsaufgabe von den kommunalen Parlamenten

über die verschiedenen Landesregierungen bis hin nach Berlin. Ich möchte jetzt nicht auf die bekannten Argumente aus Öko- Sicht eingehen. Wichtig erscheint mir dabei auf die späteren Folge- und Instandhaltungskosten der immer größer wertenden Infrastruktur

hinzuweisen. Gerade in Bezug auf den demografischen Wandel. Studien belegen, dass das

Insektenvorkommen im Volumen in den letzten Jahrzehnten

um 80% zurückgegangen ist. Insekten wiederum sind die Nahrungsgrundlage z.B.

für Vögel. Hier spielt der Strukturwandel in der Landwirtschaft eine entscheidende Rolle.

Dieser Strukturwandel wird aber geprägt von den politischen Weichenstellungen

sowohl in Brüssel als auch in Berlin.

Die Agrarpolitik muss nachhaltiger werden. Die EU-Kommission stellte die

Ergebnisse der Bürgerbefragung vom Frühjahr 2017 vor. An

der Konsultation nahmen 322.900 Menschen teil. 80

Prozent der Nicht-Landwirte und auch 58 Prozent der Landwirte wünscht

sich eine stärkere Gewichtung von Biodiversität, Nachhaltigkeit,

Umwelt- und Klimaschutz in der künftigen Agrarpolitik.

Ebenso lehnt eine große Mehrheit den Anbau von Agro-Gentechnik ab. Die

Risiken der Agro-Gentechnik für Menschen und Ökosysteme sind nicht

absehbar. Die bisher durchgeführten Untersuchungen

reichen nicht aus, um das Nebeneinander von Landwirtschaftsformen mit

und ohne Gentechnik, geschweige denn die komplexen Wechselwirkungen

und Langzeitfolgen für Menschen und Ökosysteme zu beurteilen. Im

Gegenteil geben die bisher gemachten Erfahrungen mit dem Anbau von

gentechnisch veränderten Pflanzen Anlass zur Besorgnis.

Aber nicht nur die Landwirtschaft hat Einfluss auf die Biodiversität. Wie

werden z.B. Grünflächen der Gemeinden gepflegt? Intensiver Rasen

und Wechselflor, oder heimische Stauden? Aber auch jeder Einzelne

kann was tun bzw. lassen.

Hier ist auch die Politik gefragt, müssen Pestizide für den Hausgarten

überhaupt zur Verfügung stehen? 

Flüssen und Auen mehr Raum geben, sie naturnah entwickeln und die

Wasserqualität verbessern, das sind die Ziele der EU

Wasserrahmenrichtlinie. Diese haben das Europäische Parlament und

die EU-Mitgliedstaaten, also auch Deutschland im Jahr 2000

verabschiedet. Acht Prozent der Gewässer in Deutschland erreichen

einen guten Zustand, nach 17 Jahren Umsetzungspraxis der europäischen

Zielvorgaben einen Guten Zustand. Im Vergleich belegt Deutschland

nach Angaben der EU-Kommission beim Gewässerschutz Platz 21 von 26

Mitgliedstaaten.

Vor zehn Jahren wurde die „Nationale Strategie zur biologischen

Vielfalt“ verabschiedet. Seitdem hat sich die biologische Vielfalt

aber verschlechtert statt verbessert – auch weil Ministerien

querschießen. Dies gilt für die Bundesregierung ebenso wie für die

verschiedenen Landesregierungen. Nur wenn der Schutz der Biologischen

Vielfalt als Querschnittsaufgabe in alle Politikbereiche integriert

und umgesetzt wird können die ambitionierte und visionäre

Zielvorgaben erreicht werden.

Dass der NABU durchaus auch positive Entscheidungen würdigt zeigt eine

Pressemitteilung vom 14. Juni 2017 - Der NABU begrüßt den heutigen Beschluss des Europäischen Parlaments für ein Pestizidverbot auf ökologischen Vorrangflächen ab Januar

2018. Der EU-Agrarkommissar hatte einen entsprechenden Vorschlag für ein Pestizid-Verbot auf diesen Flächen gemacht, um dem Artenverlust in der Landwirtschaft

entgegenzuwirken.

Damit zeigt sich auch welche Möglichkeiten Parlamentarier haben mit einer

nachhaltigen Natur- und Umweltpolitik eine lebenswerte Zukunft für

nachfolgende Generationen zu erhalten.

Als überparteilicher Umweltverband versuchen wir im NABU politische

Weichenstellungen auf verschiedenen Ebenen für den Natur- und

Umweltschutz zu beeinflussen. So auch die Diskussion hier mit den

Kandidaten für den Bundestag zu der ich Sie meine Damen und Herren

herzlich begrüße. Ein besonderer Gruß gilt den Bundestagskandidaten, die sich für heute Abend Zeit nehmen und für die Diskussion zur Verfügung stehen.

In den NABU Gruppen vor Ort versuchen wir auf eigenen und zur pflege

überlassenen Grundstücken die Artenvielfallt zu erhalten. Sicher

die Zahl der ehrenamtlich Aktive dürfte für die anstehenden

Arbeiten größer sein. Im Stadt- und Landkreis Heilbronn hat der

NABU rd. 5.000 Mitglieder, in Baden Württemberg über 90.000 und

Bundesweit rd. 600.000 Mitglieder.

Wie es in der Einladung zum heutigen Abend heißt „ wird die Bundestagswahl

richtungsweisend für die Zukunft des Natur- und Artenschutzes in Deutschland sein“

Mit dem Pariser Klimaschutzabkommen wurden Zeichen gesetzt. In einem

Kommentar heißt es „Paris gibt der Welt Hoffnung“

Besonders Deutschland steht hier in der Verantwortung mit dem

selbst gesteckten Ziel internationaler Vorreiten mit innovativen Ideen zu sein, eine Herausforderung für die neue Regierung unabhängig davon wie sich diese zusammensetzt.

Die NABU-Umweltbilanz zeigt dass insbesondere in den Bereichen Verkehr, Klima und Landwirtschaft Arbeitsfelder die auf eine nachhaltige Lösungen warten.

Das Ziel den täglichen Flächenverbrauch in Deutschland, eigentlich die

Versiegelung, auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, liegt in weiter

Ferne. Dies ist natürlich eine Querschnittsaufgabe von den kommunalen Parlamenten

über die verschiedenen Landesregierungen bis hin nach Berlin. Ich möchte jetzt nicht auf die bekannten Argumente aus Öko- Sicht eingehen. Wichtig erscheint mir dabei auf die späteren Folge- und Instandhaltungskosten der immer größer wertenden Infrastruktur

hinzuweisen. Gerade in Bezug auf den demografischen Wandel. Studien belegen, dass das

Insektenvorkommen im Volumen in den letzten Jahrzehnten

um 80% zurückgegangen ist. Insekten wiederum sind die Nahrungsgrundlage z.B.

für Vögel. Hier spielt der Strukturwandel in der Landwirtschaft eine entscheidende Rolle.

Dieser Strukturwandel wird aber geprägt von den politischen Weichenstellungen

sowohl in Brüssel als auch in Berlin.

Die Agrarpolitik muss nachhaltiger werden. Die EU-Kommission stellte die

Ergebnisse der Bürgerbefragung vom Frühjahr 2017 vor. An

der Konsultation nahmen 322.900 Menschen teil. 80

Prozent der Nicht-Landwirte und auch 58 Prozent der Landwirte wünscht

sich eine stärkere Gewichtung von Biodiversität, Nachhaltigkeit,

Umwelt- und Klimaschutz in der künftigen Agrarpolitik.

Ebenso lehnt eine große Mehrheit den Anbau von Agro-Gentechnik ab. Die

Risiken der Agro-Gentechnik für Menschen und Ökosysteme sind nicht

absehbar. Die bisher durchgeführten Untersuchungen

reichen nicht aus, um das Nebeneinander von Landwirtschaftsformen mit

und ohne Gentechnik, geschweige denn die komplexen Wechselwirkungen

und Langzeitfolgen für Menschen und Ökosysteme zu beurteilen. Im

Gegenteil geben die bisher gemachten Erfahrungen mit dem Anbau von

gentechnisch veränderten Pflanzen Anlass zur Besorgnis.

Aber nicht nur die Landwirtschaft hat Einfluss auf die Biodiversität. Wie

werden z.B. Grünflächen der Gemeinden gepflegt? Intensiver Rasen

und Wechselflor, oder heimische Stauden? Aber auch jeder Einzelne

kann was tun bzw. lassen.

Hier ist auch die Politik gefragt, müssen Pestizide für den Hausgarten

überhaupt zur Verfügung stehen? 

Flüssen und Auen mehr Raum geben, sie naturnah entwickeln und die

Wasserqualität verbessern, das sind die Ziele der EU

Wasserrahmenrichtlinie. Diese haben das Europäische Parlament und

die EU-Mitgliedstaaten, also auch Deutschland im Jahr 2000

verabschiedet. Acht Prozent der Gewässer in Deutschland erreichen

einen guten Zustand, nach 17 Jahren Umsetzungspraxis der europäischen

Zielvorgaben einen Guten Zustand. Im Vergleich belegt Deutschland

nach Angaben der EU-Kommission beim Gewässerschutz Platz 21 von 26

Mitgliedstaaten.

Vor zehn Jahren wurde die „Nationale Strategie zur biologischen

Vielfalt“ verabschiedet. Seitdem hat sich die biologische Vielfalt

aber verschlechtert statt verbessert – auch weil Ministerien

querschießen. Dies gilt für die Bundesregierung ebenso wie für die

verschiedenen Landesregierungen. Nur wenn der Schutz der Biologischen

Vielfalt als Querschnittsaufgabe in alle Politikbereiche integriert

und umgesetzt wird können die ambitionierte und visionäre

Zielvorgaben erreicht werden.

Dass der NABU durchaus auch positive Entscheidungen würdigt zeigt eine

Pressemitteilung vom 14. Juni 2017 - Der NABU begrüßt den heutigen Beschluss des Europäischen Parlaments für ein Pestizidverbot auf ökologischen Vorrangflächen ab Januar

2018. Der EU-Agrarkommissar hatte einen entsprechenden Vorschlag für ein Pestizid-Verbot auf diesen Flächen gemacht, um dem Artenverlust in der Landwirtschaft

entgegenzuwirken.

Damit zeigt sich auch welche Möglichkeiten Parlamentarier haben mit einer

nachhaltigen Natur- und Umweltpolitik eine lebenswerte Zukunft für

nachfolgende Generationen zu erhalten.

Wahlkreis Neckar Zaber

Angefragt wurden die Kandidatinnen und Kandidaten der Parteien CDU, SPD, Bündnis 90 / Die Grünen, Die Linke, FDP. Ihr Kommen zugesagt haben:

  • Friedlinde Gurr-Hirsch MdL, CDU, in Vertretung für den Kandidaten Eberhard Gienger MdB

  • Thomas Utz, SPD

  • Catherine Kern, Bündnis 90 / Die Grünen

  • Walter Kubach, Die Linke

Die Diskussion leitet Hannes Huber, Inhaber eines Kommunikationsbüros in Herrenberg, das vor allem zu den Themen Natur, Landwirtschaft und Tourismus arbeitet.

 

von links: Walter Kubach (Linke) Catherine Kern (Grüne) Adolf Monninger (NABU) Friedlinde Gurr - Hirsch (CDU für Eberhard Gienger) Moderator Hannes Huber Thomas Utz (SPD)

NABU lädt zur Podiumsdiskussion mit Bundestagskandidaten

Wahlkreis Heilbronn

Angefragt wurden die Kandidatinnen und Kandidaten der Parteien CDU, SPD, Bündnis 90 / Die Grünen, Die Linke, FDP. Ihr Kommen zugesagt haben:

 

  • Alexander Throm CDU

  • Josip Juratovic MdB, SPD

  • Thomas Fick, Bündnis 90 / Die Grünen

  • Konrad Wanner, Die Linke

  • Georg Heitlinger, FDP, in Vertretung für den Kandidaten Michael Link

 

 Die Diskussion leitet Hannes Huber, Inhaber eines Kommunikationsbüros in Herrenberg, das vor allem zu den Themen Natur, Landwirtschaft und Tourismus arbeitet.

 

Josip Juratovic (SPD) Konrad Wanner (Linke) Moderator Hannes Huber Alexander Throm (CDU) Georg Heitlinger in Vertretung für Michael Link (FDP) Adolf Monninger NABU