Wer trägt Schuld am Insektensterben ?

Hier der Pressebericht zu der überaus gut besuchten Veranstaltung am 12.2.2020

in der Brackenheimer WG.

 

Rund 200 Interessierte kommen zur Podiumsdiskussion nach Brackenheim, um über Naturschutz in der Landwirtschaft zu diskutieren.Die Beteiligten fordern ein Umdenken.

Von Lisa Könnecke, Stimme.de

 

Wieviel Naturschutz steckt in der Landwirtschaft ? Diese Frage bestimmte eine Podiumsdiskusssion in Brackenheim.Dazu eingeladen hatte der Bezirksarbeitskreis

Besigheim/Brackenheim des Evangelischen Baauernwerks in Kooperation mit dem NABU

Kreisverband Heilbronn.

Das Thema beschäftigt viele.

 

Der Andrang ist groß und ein Beleg dafür, dass das Thema brandaktuell ist.In der Weinkellerei reichen die 120 vorgesehenen  Plätze kaum aus.Die Teilnehmerliste zählt rund 200 Interessierte.

Melanie Burkardt, die als Moderatorin durch den Abend führt , ist begeistert, dass so viele Leute das Angebot annehmen und miteinander diskutieren wollen. Den Anfang macht

Professor Ralf T. Vögele von der Universität Hohenheim. Der Experte für Pflanzenschutz

ist überzeugt, dass eine Landwirtschaft ohne chem.-synthetische Mittel möglich ist, jedoch sei das mit einem deutlich höheren Aufwand und mehr Kosten verbunden.

Digitalisierung

Die Zukunft der Branche sieht er deshalb vor allem in der künstlichen Intelligenz,wie z.B.

autonom fliegenden Drohnen, die den Zustand der Pflanzen mühelos und von der Luft aus

begutachten könnten.Die Landwirtschaft trage zwar ihren Teil zum Insektensterben bei, sei aber keinesfalls der Hauptverursacher.

Forschung und Industrie haben versagt , so Vögele,da die Entwicklung neuer Pflanzenschutzmittel in den letzten Jahren stagnierte.

Und auch beim Käufer müsse ein Umdenken stattfinden:" Ist der Verbraucher gewillt für Bioprodukte meht zu bezahlen oder bevorzugt er weiterhin die günstigen Diskounter-Preise?" fragt Vögele in die Runde. Ein Umdenken fordert auch Frank Braun, der als Obstbauer tätig ist.Er räumt ein, dass Landwirtschaft zu betreiben zwangsläufig bedeutet in die Natur einzugreifen. Das geht nicht anders, wie sonst soll die Kartoffel beim Käufer landen ?"

Die entscheidende Frage jedoch lautet,wie mit dem Land gewirtschaftet wird.

Mehr Blühstreifen zum Beispiel könnten helfen, die Lebensgrundlage der Bienen zu sichern.Für den Obstbauern ist klar: "Naturschutz ist ein Thema, das uns alle angeht."

 

Bebauung Adolf Monninger vom NABU stimmt dem zu und kritisiert im Zuge dessen den

zunehmenden Siedlungsbau der Städte.Die Landwirtschaft als einzelnen in die Verantwortung zu ziehen sei Wahnsinn. "Jeder muss sich an die eigene Nase fassen " mahnt er. Die Besucher beteiligen sich zwei Stunden mit viel Herzblut und Engagement.

 

Eine letzte Stimme aus dem Publikum entlässt die Beteiligten nachdenklich und beendet den Abend wie er bereits begonnen hat : mit einer Frage . Ob man nach dem Appell

des Umdenkens nun weniger in den Urlaub fliegen, mehr ihr Handy abgeben oder der Umwelt zuliebe vom Auto auf die Bahn umsteigen werden ?

Unsere Streuobstwiese im Februar 2020

Pflege Streuobstwiese : gemeinsam macht es mehr Spaß .

Das Wetter dafür war am 15.2.2020 super....allerdings für einen

Tag im Februar natürlich viel zu warm.